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Neumünster | TÜV NORD

Sommertipps: Mit dem Auto in den Urlaub

Neumünster (em) Sommerzeit ist Urlaubszeit und das Auto ist nach wie vor das beliebteste Transportmittel der Deutschen, um in die Ferien zu fahren. Schließlich ist es oftmals die günstigste Art zu reisen, es bietet Komfort und sorgt dafür, dass man auch am Reiseziel mobil bleibt.

Die heißen Sommermonate bergen aber einige Gefahren für Autofahrer – nicht nur auf dem Weg in den wohlverdienten Urlaub, sondern gerade auch im Alltag. Welche diese sind und wie man sich am besten davor schützen kann, verrät TÜV NORD in acht Sommertipps rund um Mobilität und Sicherheit.

Scheiben abdunkeln: Nicht alles ist erlaubt
Dunkle Autoscheiben schützen in den langen Sommertagen nicht nur vor Hitze und UV-Strahlen, sondern auch vor neugierigen Blicken. Zusätzlich verleihen sie dem Wagen einen eleganten und manchmal mysteriösen Look. So gehören abgedunkelte Scheiben zu den beliebten Maßnahmen von Tuning-Fans. Doch welche Veränderungen an Autoscheiben sind überhaupt erlaubt? „Wie bei allen Tuning-Vorhaben, so muss man auch im Fall der Autoscheiben die Regelungen in der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) beachten“, weiß Peter Till, Leiter der TÜV-Station Neumünster. „Für Scheiben, die für die Sicht des Fahrers nach vorne von Bedeutung sind, muss die Lichtdurchlässigkeit mindestens 70 Prozent betragen. Das betrifft die Windschutzscheibe und die vorderen Seitenscheiben. Für die Sicht nach hinten darf der Wert der Lichtdurchlässigkeit nur dann niedriger als 70 Prozent sein, wenn ein zweiter Außenspiegel am Fahrzeug verbaut ist.“ Ansonsten kann die Sicht des Fahrers zu stark eingeschränkt werden. „Eine mangelnde Sicht führt häufig zu Verkehrsunfällen. Deshalb sollten diese Grenzwerte unbedingt eingehalten werden“, erklärt der Stationsleiter. Auch die Art der Abdunklung spielt eine Rolle: Bei Folien sollte man auf ein Prüfzeichen achten, welches die Zulassung in Deutschland ausweist. Tönungen per Tauchverfahren und Lackierungen der Scheiben sind hingegen nicht erlaubt. „Für den Fall einer Kontrolle sollte außerdem die Bauart-Genehmigung stets mitgeführt werden“, sagt Till.

Wie vermeidet man Aquaplaning?
Blitz, Donner, Wolkenbruch – im Sommer ist die Wahrscheinlichkeit für Aquaplaning am höchsten. Für Autofahrer bedeutet das akute Gefahr. „Aquaplaning heißt, dass so viel Wasser auf der Straße ist, dass die Reifen des Autos keinen Kontakt mehr zum Asphalt haben“, erklärt Peter Till. Besonders wichtig ist die Profiltiefe der Reifen. „Die Rillen leiten das Wasser ab. Je tiefer das Profil, umso mehr Wasser kann verdrängt werden.“ Deshalb empfiehlt der TÜV-Experte eine Profiltiefe von mindestens drei Millimetern. Kommt man ins Rutschen, hilft nur starkes Bremsen und Ruhighalten des Lenkers. „Man sollte erst lenken, wenn der Bodenkontakt wieder hergestellt ist“, so Till. Lenkt man zu früh, sind die Räder bereits eingeschlagen, wenn der Kontakt wieder hergestellt wird, und man verliert leicht die Kontrolle über das Fahrzeug. „Wer merkt, dass das Auto ruckt oder der Drehzahlmesser springt, sollte langsamer werden und gegebenenfalls mit Warnblinkern an den Straßenrand fahren, bis das Schlimmste vorüber ist.“ Ein Fahrsicherheitstraining kann auf solche Situationen vorbereiten.

Rettungsgasse im Stau – richtig reagieren
Ferienzeit bedeutet erhöhte Staugefahr. Ein häufiger Verhaltensfehler ist dabei, dass für Noteinsatzfahrzeuge keine Rettungsgasse freigehalten wird. „Das korrekte Bilden einer Rettungsgasse ist sehr wichtig, unabhängig davon, ob man im Radio von einem Unfall gehört hat oder nicht. Im Notfall zählt jede Sekunde“, sagt Peter Till. Gerade im Stau hat man nicht immer den Platz zu rangieren, wenn sich Rettungsfahrzeuge nähern. Deshalb sind Autofahrer verpflichtet, auf mehrspurigen Straßen eine Gasse zu bilden, sobald der Verkehr ins Stocken gerät. Bei Zuwiderhandlung können Bußgelder in Höhe von 20 Euro verhängt werden. Bei zweispurigen Straßen liegt die Rettungsgasse zwischen den beiden Spuren, bei dreispurigen zwischen der linken und mittleren. Bei vierspurigen Strecken bewegen nur die Fahrer auf der äußeren linken Spur den Wagen nach links, alle anderen orientieren sich nach rechts. „Man kann sich merken, dass die Rettungsgasse somit immer zwischen der linken und allen anderen Fahrbahnen freigehalten werden muss. Der Standstreifen ist übrigens nicht für die Zufahrt der Rettungsfahrzeuge vorgesehen, da er nicht immer vorhanden und befestigt ist“, so Till.

Barfuß Auto fahren – erlaubt oder strafbar?
Im Sommer neigen manche Autofahrer dazu, sich vor lauter Hitze ihrer Schuhe zu entledigen und barfuß zu fahren. Doch darf man das? „Laut gesetzlicher Regelung muss der Fahrer körperlich in der Lage sein, ein Fahrzeug sicher zu führen“, erklärt Peter Till. „Ob das Autofahren ohne Schuhe demnach ordnungswidrig ist, steht nicht im Gesetz. Dennoch ist zu beachten, dass nackte Füße leichter von den Pedalen abrutschen können, was die Unfallgefahr erhöht. Auch wird ein kräftiges Durchtreten des Bremspedals barfuß erschwert.“ Wer ohne Schuhe fährt und einen Unfall verursacht, muss mit Bußgeld sowie bei Personenschaden mit einer möglichen strafrechtlichen Verfolgung rechnen. Auch die Vollkaskoversicherung kann eine Zahlung für Schäden am eigenen Wagen verweigern. Deshalb empfiehlt der Stationsleiter: „Mit ein paar fest verschließbaren Sandalen sind Autofahrer auf der sicheren Seite und können ihren Füßen trotzdem frische Luft gönnen.“

Kindersitze
Wenn Kinder im Auto mitfahren, brauchen sie unbedingt einen Kindersitz. Peter Till weiß: „Die Dreipunktgurte in Pkw sind für Körpergrößen ab 1,50 Meter ausgelegt. Kinder, die kleiner sind, können sich in Notsituationen durch den Beckengurt am Bauch oder den Schultergurt am Hals schwer verletzen.“ Der Gesetzgeber schreibt deshalb vor, dass Kinder, die kleiner als 1,50 Meter sind, bis zum vollendeten 12. Lebensjahr durch einen Kindersitz gesichert werden müssen. Der Schoß der Eltern reicht übrigens nicht aus. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 70 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet. Babys bis 18 Monate müssen in einer Babyschale transportiert werden. Bei Säuglingen bis zur Vollendung des dritten Lebensmonats sollte man nach Möglichkeit sogar ganz auf Autotransporte verzichten. „Die Wirbelsäule von Säuglingen wird in den ersten zwölf Wochen beim Transport in Babyschalen stark belastet. Daher sollten Autofahrten vermieden oder auf wenige Kurzstrecken reduziert werden. Von langen Mitfahrten in den Urlaub rate ich daher entschieden ab.“ Welcher Sitz für welches Alter und Körpergröße der richtige ist, kann im Fachhandel in Erfahrung gebracht werden. Beim Kauf sollte man die Sitze im Vorfeld testen und zusätzlich auf Prüf- und Sicherheitssiegel achten.

Was auf dem Fahrradträger transportiert werden darf:
Sommerurlaub mit der ganzen Familie, Großeinkauf im Baumarkt oder ein Besuch im Möbelhaus: Es gibt viele Situationen, in denen der Stauraum im Auto schnell knapp wird. Da hat Glück, wer für zusätzliche Lasten einen Fahrradträger sein eigen nennt – oder etwa nicht? „Wer seinen Fahrradträger für alternative Ladung wie Gepäck und Co. verwenden möchte, sollte zunächst aufmerksam die Gebrauchsanweisung lesen. Wenn der Hersteller dies nicht eindeutig gestattet, sollte man tatsächlich auch nur die zulässige Anzahl von Fahrrädern damit transportieren“, rät Peter Till. Erlaubt der Hersteller explizit auch den Transport anderer Ladung, sind die Bestimmungen aus §22 der Straßenverkehrsordnung (StVO) zu beachten. „So dürfen Fahrzeug und Ladung beispielsweise eine Breite von 2,55 Metern und eine Höhe von 4 Metern nicht überschreiten. Das Transportgut muss dann so gesichert sein, dass es auch bei harten Bremsmanövern fixiert bleibt“, sagt der TÜV-Experte. Wer sich unsicher ist, fährt am besten mit Transportboxen, die manche Hersteller von Fahrradträgern als Zubehör anbieten. Till: „Die Anforderungen der StVO sind bei dieser Variante am einfachsten einzuhalten. Allerdings sollte man bei der Anschaffung auf entsprechende Prüfzeichen achten, wie dem GS-Zeichen von TÜV NORD.“

Urlaubstipps Wohnmobil
Für die ganz Spontanen unter den Urlaubsfreudigen und Wochenendabenteurern ist die Sommerreise mit dem Wohnmobil genau das Richtige. Doch vor der Fahrt ins Blaue sollte man sich und sein Fahrzeug vorbereiten. Peter Till weiß: „Wer selten oder noch nie mit dem Wohnmobil unterwegs war, unterschätzt häufig die größeren Abmessungen, die andere Lenkbarkeit und das veränderte Bremsverhalten. Die schweren Fahrzeuge haben einen deutlich längeren Bremsweg. Ich empfehle daher, vor der Abreise eine Runde mit dem Wohnmobil zu drehen, um ein Gefühl für das Fahrverhalten zu entwickeln.“ Lose Gegenstände können bei einer Vollbremsung oder in einer scharfen Kurve zu gefährlichen Geschossen werden. Deshalb sollte vor Fahrtantritt das Wohnzubehör sicher verstaut werden. Sind die Trittstufen und Stützen eingefahren, alle Schränke verschlossen und Stromkabel entfernt? Ein Rundgang als Routine vor dem Losfahren kann Verletzungen und teure Sachschäden verhindern. Während der Fahrt müssen die Sicherheitsgurte angelegt werden. Auch das Hinlegen im Schlafbereich während der Fahrt ist verboten. „Laut §21 der StVO dürfen außerdem nur so viele Personen mitfahren, wie Sicherheitsgurte vorhanden sind. TÜV-geprüfte Sitzplätze mit Sicherheitsgurten können aber nachgerüstet werden“, erklärt der Stationsleiter.

Oldtimer: So lässt sich der Fahrzeugwert steigern und erhalten
Im Sommer, wenn die Sonne scheint, sieht man sie wieder häufiger: Oldtimer. Die „fahrzeugtechnischen Kulturgüter“, wie sie im Fachjargon heißen, erfreuen sich bei Autofans großer Beliebtheit. Auch Peter Till genießt den Anblick gut erhaltener Klassiker: „Es ist immer toll, wenn man gepflegte Autos und Motorräder aus vergangenen Jahrzehnten im Straßenverkehr antrifft. Da kann man schon mal zum Nostalgiker werden.“ Wer selbst einen Oldtimer sein Eigen nennt, stellt sich irgendwann zwangsläufig die Frage: Was ist das Fahrzeug eigentlich wert? Spätestens nach einem Unfall ist diese Information wichtig, um glaubhaft Zahlungsansprüche bei der Versicherung geltend zu machen. Bei TÜV NORD können die Prüfer den Wert eines Oldtimers genau bestimmen. Die Wertgutachten der unabhängigen Sachverständigen genießen eine hohe Akzeptanz im Markt, bei Gerichten und Ämtern sowie bei Versicherungsgesellschaften. Wer den Wert seines Fahrzeugs erhalten oder gar steigern will, dem verrät Till worauf es bei der Erstellung des Gutachtens ankommt: „Am wichtigsten ist die Echtheit des Zustandes. Sind die Teile original oder originalgetreu und entsprechen die Farben von Lack und Polstern der damaligen Zeit? Je weniger hiervon abgewichen wurde, desto besser. Ausnahmen sind Veränderungen, die durch die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) vorgeschrieben sind, wie etwa der Einbau von Sicherheitsgurten.“ Natürlich ist auch der technische Allgemeinzustand wichtig. Um zur Langlebigkeit des Fahrzeugs beizutragen, empfiehlt der TÜV-Experte ein gutes Hohlraum-Öl, um schwer zugängliche Bereiche am Fahrzeug vor Rost zu schützen. „Gerade Oldtimer bedürfen regelmäßiger Pflege. Aber am Ende lohnt es sich“, sagt Till.

Mehr Informationen unter: www.tuev-nord.de
TÜV NORD Schulungszentrum
TÜV NORD Schulungszentrum
Gründgensstraße 6
22309 Hamburg-Steilshoop
Tel.: 0 40 / 78 08 14 - 0
tsn (at) tuev-nord.de
www.tuevnordschulungszentrum.de
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