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Neumünster | Agentur für Arbeit

Nachfrage nach Arbeitskräften steigt wieder

Neumünster (em) Im Februar waren in Mittelholstein im Vergleich zum Januar mehr Menschen arbeitslos gemeldet. „Anders als in den Vorjahren sank die Arbeitslosigkeit im Februar aufgrund des anhaltenden Lockdowns nicht. Betroffene Unternehmen benötigen derzeit immer noch weniger Personal. Gleichzeitig ist aber doch schon ein moderater Anstieg der Nachfrage zu verzeichnen“, kommentiert Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Neumünster, die aktuellen Zahlen.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Neumünster sind im Februar 11.075 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 144 mehr als im Januar (plus 1,3 Prozent) und 1.898 mehr als ein Jahr zuvor (plus 20,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 5,9 Prozent, wie schon im Januar. Vor einem Jahr lag sie bei 4,9 Prozent.

Auch in Krisenzeiten herrscht auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung. Dabei zeigt sich aktuell, dass sich die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Vergleich zum Vorjahresmonat verringerte (um 19 Personen / minus 2,3 Prozent). „Die starke Inanspruchnahme des Instruments der Kurzarbeit verhindert immer noch einen höherer Zugang Erwerbstätiger in die Arbeitslosigkeit“, so Bagger. Gleichzeitig haben 580 Menschen eine neue Beschäftigung aufgenommen, 181 oder 23,8 Prozent weniger als im Februar 2020.

Unterbeschäftigung und Arbeitsmarktförderung
Die Zahl der Unterbeschäftigten ist im Februar mit 14.419 im Vergleich zum Vormonat um 199 gestiegen (plus 1,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 1.237 gestiegen (plus 9,4 Prozent). Sie fasst die Zahl der Arbeitslosen mit der Zahl derer zusammen, die aufgrund gesetzlicher Regelungen nur deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden, weil sie derzeit an einer Weiterbildung oder sonstigen Förderung wie einer Arbeitsgelegenheit („Ein-Euro-Job“) teilnehmen oder kurzfristig erkrankt sind.

Der Anstieg der Unterbeschäftigung im Vergleich zum Vorjahr ist einerseits der gestiegenen Arbeitslosigkeit geschuldet. Darüber hinaus liegt die Arbeitsmarktentlastung durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen noch unter dem Vorjahresniveau. Die Teilnehmerzahlen steigen zwar wieder, liegen aber zum Teil noch deutlich unter dem Vorjahreswert: In Maßnahmen der Aktivierung und beruflichen Eingliederung befinden sich im Februar 995 TeilnehmerInnen und in der beruflichen Weiterbildung 539 Personen (106 bzw. 112 weniger als ein Jahr zuvor). Der größte Rückgang mit minus 195 Teilnehmern gegenüber dem Vorjahr ist bei der Fremdförderung zu verzeichnen, worunter insbesondere Integrationskurse gefasst sind.

Arbeitsagentur und Jobcenter
Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldeten Menschen (Arbeitslosengeld I) beträgt im Februar 4.834 Personen – 76 weniger als im Januar (minus 1,5 Prozent) und 1.103 mehr als vor einem Jahr (plus 29,6 Prozent).
Die Zahl der Unterbeschäftigten stieg gegenüber dem Vorjahr um 967 auf 5.596 (plus 20,9 Prozent).

Bei den Jobcentern sind im Februar 6.241 Menschen (Arbeitslosengeld II) arbeitslos gemel-det. Das sind 220 mehr als im Januar (plus 3,7 Prozent) und 795 mehr als ein Jahr zuvor (plus 14,6 Prozent). Die Zahl der Unterbeschäftigten stieg gegenüber dem Vorjahr um 270 auf 8.823 (plus 3,2 Prozent).

Stellenangebot
Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service (gAG-S) der Agentur für Arbeit und der Jobcenter wurden im Februar 597 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 172 mehr als im Januar (plus 40,5 Prozent) und 306 weniger als vor einem Jahr (minus 33,9 Prozent).
Die meisten Stellenangebote kamen im Februar aus der Zeitarbeit, dem Handel, dem Ge-sundheits- und Sozialwesen und der öffentlichen Verwaltung. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres sank die Nachfrage insbesondere in der Gastronomie, im Einzelhandel sowie in Heimen.

Der regionale Arbeitsmarkt Neumünster

• sind im Februar 4.214 Menschen arbeitslos gemeldet – 134 mehr als im Januar (plus 3,3 Prozent) und 744 mehr als vor einem Jahr (plus 21,4 Prozent).
• beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 9,8 Prozent. Im Januar lag sie bei 9,5 Prozent und vor einem Jahr bei 8,1 Prozent.
• stieg die Unterbeschäftigung von Januar auf Februar auf 5.376 (plus 104 oder 2,0 Prozent). Vor einem Jahr lag sie bei 4.892 (plus 484 oder 9,9 Prozent).
• wurden dem gAG-S im Februar 142 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 11 weniger als im Januar (minus 7,2 Prozent) und 148 weniger als vor einem Jahr (minus 51,0 Prozent).

Kurzarbeit
Seit März 2020 bis Mitte Februar 2021 haben in Mittelholstein 4.391 Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Die von den Betrieben in den Anzeigen benannte voraussichtliche Zahl der betroffenen Beschäftigten liegt für diesen Zeitraum bei 44.936.

In der Stadt Neumünster betrifft dies 1.169 Betriebe mit maximal 12.151 betroffenen Mitarbeiter*innen, im Kreis Rendsburg-Eckernförde 3.207 Betriebe mit maximal 32.785 betroffenen Mitarbeiter*innen.

„Für die Abrechnung der Kurzarbeit haben Unternehmen drei Monate Zeit. Nunmehr liegen die Daten für die Inanspruchnahme für den Monat Oktober 2020 auf Agenturebene vor.“ erläutert Bagger. In Mittelholstein sank danach die Anzahl der kurzarbeitenden Betriebe auf 637 (32 weniger als im September). Die Zahl der kurzarbeitenden Beschäftigten sank auf 3.928 (346 weniger als im September). Am stärksten betroffen sind die Wirtschaftszweige Handel und Gastgewerbe.

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