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Neumünster | Agentur für Arbeit Neumünster

Starke Nachfrage nach Arbeitskräften seit Jahresbeginn

Neumünster (em) „Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im Vergleich zum Vormonat leicht angestiegen, im Vergleich zum Vorjahr dagegen weiter deutlich gesunken. Aufgrund gesetzlicher Änderungen werden ukrainische Geflüchtete ab dem 1.6.2022 durch die Jobcenter betreut. Dies hat Einfluss auf die Entwicklung der Zahl der arbeitslosen Menschen und zeigt sich in den Vormonatsveränderungen im Rechtskreis SGB II“, kommentiert Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Neumünster, die aktuellen Zahlen.

Arbeitslosigkeit
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Neumünster sind im Juni 8.724 Menschen von
Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 108 mehr als im Mai (plus 1,3 Prozent) und 1.422
weniger als ein Jahr zuvor (minus 14,0 Prozent).

Die Arbeitslosenquote beträgt 4,7 Prozent. Im Mai lag sie bei 4,6 Prozent und vor einem
Jahr bei 5,4 Prozent.

Arbeitsagentur und Jobcenter
Die Zahl der bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldeten Menschen (Arbeitslosengeld
I) beträgt im Juni 2.974 Personen – 20 weniger als im Mai (minus 0,7 Prozent) und 757 weniger als vor einem Jahr (minus 20,3 Prozent).

Bei den Jobcentern sind im Juni 5.750 Menschen (Arbeitslosengeld II) arbeitslos gemeldet.
Das sind 128 mehr als im Mai (plus 2,3 Prozent) und 665 weniger als ein Jahr zuvor (minus
10,4 Prozent).

Ein Grund für den Anstieg der gemeldeten Arbeitslosen zum Vormonat liegt im Übergang
der geflüchteten Menschen aus der Ukraine in die Betreuung der Jobcenter und dem in der
Folge registrierten Status der Arbeitssuche / Arbeitslosigkeit:
Geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern wird mit der Erteilung der Aufenthaltserlaubnis
nach § 24 Aufenthaltsgesetz der Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht und seit 1. Juni 2022
können sie Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende SGB II erhalten. Davor
erhielten geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Wenn die Geflüchteten Grundsicherungsleistungen beziehen, sind die Jobcenter
zuständig, in anderen Fällen die Arbeitsagenturen. Für den Wechsel aus dem Rechtskreis
des Asylbewerberleistungsgesetzes in das SGB II gilt für die Jobcenter eine dreimonatige
Übergangsfrist.

Auch im Agenturbezirk Neumünster sind noch nicht alle Geflüchteten aus der Ukraine, die
hier ihren Wohnsitz genommen haben, in das SGB II überführt:

Aktuell werden 284 Ukrainerinnen und Ukrainer in der Stadt Neumünster durch Jobcenter
und Agentur für Arbeit betreut, das sind 85 mehr als im letzten Monat und 261 mehr als vor
einem Jahr. Fast alle werden im Rechtskreis SGB II betreut. 177 Personen aus der Ukraine
stehen dem Arbeitsmarkt zurzeit grundsätzlich zur Verfügung, sind also arbeitsuchend. Arbeitslos sind darunter 39.

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service (gAG-S) der Agentur für Arbeit und der Jobcenter
wurden im Juni 547 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet – 87 weniger als
im Mai (minus 13,7 Prozent) und 75 weniger als vor einem Jahr (minus 12,1 Prozent).
Im bisherigen Jahresverlauf wurde bereits ein hohes Niveau erreicht: So wurden seit Jahresbeginn 3.980 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet, das bedeutet ein
Plus von 334 oder 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die meisten Stellenangebote kamen im Juni aus der Zeitarbeit, der öffentlichen Verwaltung
und dem Handel.

Ausbildungsmarkt
Seit Beginn des Berichtsjahres am 1. Oktober 2021 wurden dem gAG-S 2.281 betriebliche
Berufsausbildungsstellen gemeldet, 69 oder 3,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Es
gibt aktuell noch 1.265 unbesetzte Berufsausbildungsstellen.
Besonders Berufe im Verkauf, im Groß- und Außenhandel, der Lagerwirtschaft, in der Gastronomie, der Kfz-Technik, der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, der Bauelektrik, der
Elektrotechnik oder als Berufskraftfahrer/in im Güterverkehr bieten Ausbildungsstellensuchenden noch gute Chancen.

Die Zahl der Bewerber*innen für Berufsausbildungsstellen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Bis Ende Mai meldeten sich 1.482 Bewerber*innen, 81 oder 5,2 Prozent weniger als
im Vorjahreszeitraum. 594 von ihnen sind noch unversorgt.

„Nach wie vor sind die Chancen, kurzfristig einen Ausbildungsplatz zu finden, sehr gut“, so
Bagger. Sie ermutigt alle Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben,
die Unterstützung der Berufsberatung in Anspruch zu nehmen und erklärt: „Dort gibt es Tipps
und Anregungen für die Berufswahl und professionelle Hilfe bei der Vermittlung einer Ausbildungsstelle.

Wer noch unsicher ist und sich erst ausprobieren möchte, bekommt auch Hilfe,
einen Praktikumsplatz zu finden.“

Denn bei der Ausbildungssuche ist es für Jugendliche ratsam, über den Tellerrand zu
schauen. Zu dem vermeintlichen Traumberuf gibt es häufig interessante Alternativen und eine
duale Ausbildung bietet ein solides Fundament für den beruflichen Einstieg, auch als Türöffner
für attraktive Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten, die es auch ohne Studium gibt.
Die Berufsberater*innen beraten Jugendliche individuell anhand ihrer Talente und Interessen
über Wege in den Beruf. Gemeinsam werden Stärken und dazu passende Berufsfelder
ermittelt, Unterstützung bei Bewerbungen geleistet und zu Alternativen beraten, wenn sich
der Traumberuf nicht realisieren lassen sollte.

Außerdem informieren die Berater*innen über Fördermöglichkeiten und helfen dabei, einen
Ausbildungsplatz zu finden.
Termine für die Berufsberatung gibt es telefonisch unter 0800 4 5555 00 (Der Anruf ist gebührenfrei.).

Für die Schulferien interessant ist auch eine Teilnahme bei www.praktikumswoche.sh. So
können Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren an bis zu 5 Tagen bis zu 5 Unternehmen
kennenlernen. Die Praktikumstage werden dabei individuell für alle Schülerinnen und Schüler
geplant. Sie haben so die Chance, die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten zu entdecken,
die ihnen Ausbildungsbetriebe in ihrer Region bieten. Und sie erfahren, welche Tätigkeiten
sie interessieren und zu ihnen passen könnten. Die Schülerinnen und Schüler können
sich die Tage aussuchen, an denen sie ihre Praktika absolvieren möchten. Und sie können
selbst festlegen, in welchen Berufsfeldern sie sich ausprobieren möchten.

Der regionale Arbeitsmarkt
In der Stadt Neumünster
• sind im Juni 3.332 Menschen arbeitslos gemeldet – 32 mehr als im Mai (plus 1,0 Prozent)
und 579 weniger als vor einem Jahr (minus 14,8 Prozent).
• beträgt die Arbeitslosenquote 7,7 Prozent. Im Mai lag sie bei 7,6 Prozent und vor einem
Jahr bei 9,0 Prozent.
• wurden dem gAG-S im Juni 157 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet –
28 weniger als im Mai (plus 15,1 Prozent) und 12 weniger als vor einem Jahr (minus 7,1
Prozent).

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