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Neumünster | Agentur für Arbeit Neumünster

Arbeitsmarkt trotz Corona dank Kurzarbeit robust

Neumünster (em) „Nach dem ersten Quartal des Jahres 2020 verlangsamte sich die langanhaltende positive Entwicklung am Arbeitsmarkt. Mit Beginn der Corona-Pandemie verschlechterte sich die Situation im Jahresverlauf. Dank Kurzarbeit sind die Einschnitte zwar deutlich, aber geringer als im Landesdurchschnitt ausgefallen. Die Beschäftigung konnte vielfach gesichert und eine (noch) höhere Arbeitslosigkeit verhindert werden.

So blieb der Arbeitsmarkt im Jahresverlauf insgesamt relativ robust und wir starten mit einer den Umständen entsprechenden akzeptablen Ausgangslage in das neue Jahr. Wie sich die aktuellen Corona-bedingten Einschränkungen im laufenden Jahr auswirken werden, bleibt abzuwarten,“ so Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Neumünster.

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung gestiegen
Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Jahresdurchschnitt 2020 um 13,8 Prozent. Der Bestand an Arbeitslosen ist abhängig von der Zahl der Zugänge in und der Abgänge aus Arbeitslosigkeit. Mit Verschärfung der Corona-Krise im Frühjahr 2020 wurden etwas mehr Menschen aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos als üblich. Gleichzeitig gelang es weniger Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Arbeitsaufnahme zu beenden.

Die gestiegene Arbeitslosigkeit ist im Wesentlichen im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosengeld I) sichtbar. Durch eine stärkere Abhängigkeit von Konjunktur- und Saisonverlauf ist die Betroffenheit durch die Corona-Pandemie hier größer (SGB III: + 28,4 Prozent, SGB II: + 5,2 Prozent).

Betroffen vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren grundsätzlich alle Zielgruppen. Mit 20,9 Prozent betraf es aber besonders die Gruppe der Ausländer. Die Gruppe der jungen Menschen unter 25 Jahren war dagegen mit 5,7 Prozent geringer vom Zuwachs betroffen, ebenso die Menschen ab 55 Jahren mit 5,3 Prozent.

Die Langzeitarbeitslosigkeit ist im Jahresdurchschnitt 2020 mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie um 8,7 Prozent angestiegen. Betroffen ist auch hier insbesondere der Rechtskreis SGB III. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Rahmen des Zweiten Sozialschutz-Pakets beschlossen wurde, das Arbeitslosengeld I unter bestimmten Voraussetzungen drei Monate länger auszuzahlen.

Auch die Unterbeschäftigung, bei der neben Arbeitslosen z.B. Personen in Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählen, hat sich im Zuge der Corona-Krise erhöht. Der Anstieg liegt allerdings unter dem Anstieg der Arbeitslosigkeit, da vor allem die Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in 2020 nur eingeschränkt möglich war und damit die Arbeitsmarktentlastung sank. Im Jahresdurchschnitt lag die Unterbeschäftigung in Mittelholstein bei 13.649 - 676 mehr als 2019. In der Stadt Neumünster waren es 5.081 – 393 mehr als 2019, im Kreis Rendsburg-Eckernförde waren es 8.568 – 283 mehr als 2019.

Zahl der Menschen in Kurzarbeit so hoch wie nie
Die Kurzarbeit ist das wichtigste arbeitsmarktpolitische Instrument zur Beschäftigungssicherung in der Corona-Pandemie. Im Zeitraum März bis Dezember 2020 wurden von Unternehmen 3.961 Anzeigen auf Kurzarbeit für 41.147 Beschäftigte gestellt. Der bisherige Höchststand wurde im April erreicht: Von den Unternehmen gingen 2.487 Anzeigen für Kurzarbeit ein. Darin ging es um potentiell 24.129 betroffene Personen. Nicht jede angezeigte Kurzarbeit wird allerdings auch tatsächlich umgesetzt. In besonders hohem Maße betroffen waren Betriebe und ihre Mitarbeitenden im Verkauf, im Hotel- und Gastgewerbe, im Baugewerbe und im Gesundheitswesen.

Arbeitskräftenachfrage ging unter Corona-Bedingungen zurück
Infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie lässt sich eine stagnierende bzw. abflachende Arbeitskräftenachfrage mit saisontypischen Einflüssen feststellen.

Die Gesamtzahl der gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen ging im Jahresdurchschnitt um 14,3 Prozent auf 6.466 zurück. Den höchsten Anteil gemeldeter Stellen verzeichneten die Arbeitnehmerüberlassung (18,8 Prozent), der Handel (14,8 Prozent), die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (14,7 Prozent) und das Gesundheits- und Sozialwesen (11,6 Prozent).

Für die Stadt Neumünster zeigte sich ein stärkerer Rückgang um 24,4 Prozent auf 2.217. Den höchsten Anteil hatten die Arbeitnehmerüberlassung (28,1 Prozent), der Handel (21,2 Prozent), die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (10,6 Prozent) und das öffentliche Verwaltung (9,3 Prozent).

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde zeigte sich ein Rückgang um 7,8 Prozent auf 4.249 gemeldete Stellen. Den höchsten Anteil verzeichneten die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (16,9 Prozent), die Arbeitnehmerüberlassung (13,9 Prozent), der Handel (21,2 Prozent) und das Gesundheits- und Sozialwesen (13,2 Prozent).

Beschäftigte
Daten zur Beschäftigung liegen aktuell zum Stichtag 30.06.2020 vor. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bezirk der Agentur für Arbeit Neumünster ist im Vergleich zum Vorjahresquartal (Stichtag 30.06.2019) um 0,5 Prozent auf 121.117gestiegen. In Schleswig-Holstein lag das Wachstum bei 0,3 Prozent, während es für Deutschland einen Rückgang um 0,3 Prozent gab. Den größten Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Mittelholstein hat das Gesundheits- und Sozialwesen (17,3 Prozent), gefolgt vom Handel und der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (17,4 Prozent), der Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen (12,8 Prozent) und dem verarbeitenden Gewerbe (11,8 Prozent). Der Anteil der Zeitarbeit liegt bei 0,7 Prozent. Verringert hat sich die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten um 8,8 Prozent auf 19.965.

Ausblick
„Nach dem für den Arbeitsmarkt außergewöhnlichen und turbulenten Jahr 2020 müssen wir davon ausgehen, dass wir uns 2021 zunächst weiter in unruhigem Fahrwasser bewegen. Wie stark und mit welchen Einflüssen auf den Arbeitsmarkt sich die andauernde Corona-Pandemie auswirken wird, lässt sich nur schwer einschätzen. Wichtige Handlungsfelder bleiben aber unabhängig davon bestehen,“ erläutert Bagger und betont „Ein wichtiges Ziel ist es, Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden und dort, wo sie bereits besteht, den Weg für eine Integration zurück in die Beschäftigung zu bereiten.“

Mit der demografischen Entwicklung sinkt die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter. Dem geringeren Erwerbspersonenpotential steht ein höherer Bedarf an qualifizierten Fachkräften gegenüber. „Wir setzen deshalb weiterhin einen Schwerpunkt unserer Arbeit auf die berufliche Qualifizierung – sowohl für arbeitslose Menschen als auch für Beschäftigte in Betrieben. Dafür entwickeln wir die Beratung und Unterstützung für Berufstätige weiter“, so Bagger.

„Ein weiterer Schwerpunkt ist die durch die Corona-Pandemie bereits deutlich beschleunigte Digitalisierung unserer Dienstleistungen. Neben den bereits vorhandenen eServices hat die Bundesagentur für Arbeit im Frühjahr die Kurzarbeit-App ins Netz gestellt, Chat-bots sind online verfügbar und die Videoberatung ist gestartet. So sind wir für unsere Kunden und Kundinnen trotz der Kontaktbeschränkungen erreichbar und arbeiten dabei effektiv und kundenfreundlich,“ ist sich Bagger sicher. Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Neumünster.

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