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Neumünster | Herbert Gerisch-Stiftung

November-Veranstaltungen

Neumünster (em) Im November finden an den Sonntagen immer um 12 Uhr die Sonntagsführungen zur aktuellen Ausstellung „Ruwoldts Bande – Panther, Tiger und Co.“ statt. Sie geben einen spannenden Einblick in das Leben und Werk des Hamburger Künstlers Hans Martin Ruwoldt und lassen uns die Kunstwerke hautnah erleben.

Sonntag | 5. November | 17 Uhr
Kleider & Kunst – Kuchen & Kaffee
Eine etwas andere Modenschau präsentiert sich in den Caféräumen der Villa Wachholtz der modebewussten Frau. Designer- und Vintage-Mode werden mit außergewöhnlichen Accessoires kombiniert. Vom Mantel bis zum Abendkleid erwartet die Zuschauer ein attraktives Defilee durch die Modewelt von 1890 bis heute. In gemütlicher Atmosphäre – an kleinen Tischen sitzend – wird ein Glas Sekt und ein Kaffeegedeck gereicht. Ein Modequiz offenbart die Kenntnisse und belohnt die Besucher mit hübschen Gewinnen. Ein kleiner Vortrag von Künstlerin Tina Schwichtenberg über den Ausnahmemodekünstler Issey Miyake beendet den Abend.

Eintritt: 20 Euro
Um Anmeldung wird gebeten unter Tel.: 0 43 21 / 55 51 20 oder per E-Mail an: kontakt@gerisch-stiftung.de

Freitag | 10. November | 17.15 Uhr
Laternelaufen im Park
Das traditionelle Laternelaufen für Groß und Klein im geheimnisvoll dunklen Park mit dem Neumünsteraner Mädchenmusikzug erleben. Wie ein Glühwürmchenbandwurm schlängelt sich die Prozession der Laterneläufer an Skulpturen und Teichen vorbei bis zum Ende im Gartencafé unter der lampiongeschmückten Blutbuche. Dort erwartet uns ein gemütlicher Ausklang mit Süßigkeiten, Glühwein und netten Gesprächen.

7. Oktober bis 22. April (Winterpause vom 22. Dezember bis 11.März)
Ruwoldts Bande – Panther, Tiger und Co.
Die Ausstellung „Ruwoldts Bande – Panther, Tiger und Co.“ zeigt circa 100 Werke des Hamburger Bildhauers aus fünf Jahrzehnten. Die Arbeiten stammen aus dem Besitz des Ruwoldt Schülers und Bildhauers Manfred Sihle-Wissel, der 1972 von der Stadt Hamburg mit dem Edwin-Scharff-Preis geehrt wurde und bis heute in seinem Atelier in Brammer bei Rendsburg arbeitet.

Ein Stipendium ermöglichte es dem jungen Ruwoldt vor dem Ersten Weltkrieg bei Richard Luksch an der damaligen Kunstgewerbeschule in Hamburg zu studieren. Der Künstler durchlitt den Ersten Weltkrieg als Soldat und in französischer Gefangenschaft. Diese Zeit und seine eigenen Erlebnisse brachten ihn zum Tiefpunkt seines Lebens. Nach Kriegsende wollte er kein Bildhauer mehr sein.

Nur sehr langsam und zögerlich konnte er die erlebten Schreckensbilder bannen und seiner Depression Herr werden. Viele Jahre war es ihm überhaupt nicht mehr möglich, dem Bilde des Menschen glaubwürdige Gestalt zu geben. So trat das Tier immer stärker in das Blickfeld seines künstlerischen Schaffens und er wandte sein ganzes Wesen der Kreatur zu. Die Kreatur in ihrem schlichten Dasein, in ihrer natürlichen Reinheit ohne jegliche Schuld, in ihrem Schweigen war für sein zerstörtes Gleichgewicht wie ein besänftigendes Heilmittel. Dieses Band, diese Bande, die Ruwoldt damals zu den stillen Gefährten des Menschen gebunden hat, sind auch nie wieder gelöst worden.

Verkürzt könnte man Ruwoldts Weg als Bildhauer so benennen: Von der beherrschten Wiedergabe des Naturschönen zu einer Schönheit, die das bloße Abbild der Natur verlässt und im Zusammenspiel und im Aufeinandertreffen „reiner“ Formen eine ganz eigene Melodie entstehen lässt. Tierische, pflanzliche und anorganische Elemente verschmelzen unter seiner Hand zu einem gemeinsamen Ausdruck erhöhten Lebens.

Der eigentümliche Reiz von Ruwoldts Skulpturen und Plastiken liegt aber nicht zuletzt auch darin, dass er in seiner Abstraktion das Naturnahe nicht ganz eliminiert. Er treibt seine Abstraktion eben nicht so weit, dass sie zuletzt ein gegenstandloses Spiel wird. Am Ende seines Lebens vermachte Hans Ruwoldt einen bedeutenden Teil seines Werks dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Einen Monat nach seinem Tod zerstörte ein Feuer sein Atelier und Wohnhaus. Manfred Sihle-Wissel und weiteren Künstlerfreunden ist es zu verdanken, dass viele seiner Werke vor den Flammen gerettet werden konnten. Einige, der in der Villa Wachholtz ausgestellten Blätter, tragen noch die Spuren von diesem Geschehen.

Skulpturen, Plastiken, Reliefs, Zeichnungen und Druckgrafiken des Künstlers werden in der gesamten Villa Wachholtz sowohl im Obergeschoss als auch im Erdgeschoss in den Räumen des Café Harry Maasz zu sehen sein.