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Neumünster | Forum der Vielfalt

Beteiligung der Kinder in Kita und Schule

Neumünster (em) Mit über 50 Fachleuten aus Schulen, Kindertagesstätten und anderen Fachbereichen in der Stadt Neumünster war die Veranstaltung „Mitbestimmen ist Mitgestalten -Demokratie, Vielfalt und Selbstbestimmung müssen früh erlernt werden“ am Mittwoch, 27. September im Bildungszentrum Vicelinviertel ein voller Erfolg.

Eingeladen hatten im Rahmen der Interkulturellen Woche das „Forum der Vielfalt Neumünster“ und der „Runde Tisch für Toleranz und Demokratie.

Der 1. Stadtrat Carsten Hillgruber und der Schulrat Jan Stargardt würdigten in ihren Grußworten die Veranstaltung in besonderer Weise, und im Kontext der Ergebnisse der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag. Vielfalt, Toleranz und Demokratie seien als gemeinsame Werte und Grundüberzeugungen besonders für Stadt Neumünster gültiger als jemals zuvor.

„Wir können schwerlich erwarten, dass sich junge Menschen gesellschaftlich engagieren und ihren politischen Beitrag leisten, ja, zu überzeugten Demokraten werden, wenn wir Ihnen dafür nicht die notwendigen Gelegenheiten schenken, entsprechende Überzeugungen frühzeitig zu entwickeln“, so Jan Stargardt.

Prof. Dr. Reingard Knauer von der Fachhochschule Kiel, die sich mit dem Thema Partizipation seit 20 Jahren wissenschaftlich eingehend beschäftigt, holte die Fachleute mit ihrem Fachvortrag unter der Überschrift ,„Demokratie + Partizipation in pädagogischen Institutionen“ einleitend ins Thema... Frau Knauer machte deutlich, dass „Kinder Erwachsene brauchen, die Demokratie können und dies durch ihre Haltung leben“. Teilhabe der Kinder müsse gewollt sein. Kita und Grundschule seien eine „Gesellschaft im Kleinen“ und die Machtverhältnisse müssen geklärt werden, damit Kinder gewollte Beteiligung verlässlich erleben. Kinder von Anfang an bei allem was sie selbst und das Leben in der Gemeinschaft betrifft zu beteiligen, fördere die Selbstwirksamkeit und lasse Demokratie erleben. Wenn Kinder im jungen Alter zum Beispiel daran beteiligt werden, welche Regeln im Umgang gelten sollen und wie Problemlösungen gestaltet werden, erleben sie ihre eigene Kompetenz als wichtige Grundlage für zukünftiges Handeln. Partizipation mache in diesem Sinne Demokratie erlebbar.

Frau Knauer stellte nachvollziehbar dar, dass wichtige Beteiligung schon mit Kindern im Krippenalter beginnt und sich als roter Faden durch die Bildungsbiografie eines Kindes ziehen sollte. Kinder haben ein Grundrecht auf Beteiligung und Fachkräfte in den relevanten Institutionen müssten sich immer wieder mit Fragen auseinandersetzen wie „Was trauen wir Kindern zu“, „Wie wollen wir Machtverhältnisse gestalten?“, „Welche Vorstellung haben wir vom Kind“ sowie mit der strukturellen Verankerung von Beteiligung.

Die Grundschule „Waldschule Quickborn“, vertreten durch die Rektorin Corinna Blödorn und die Schulsozialarbeiterin Dorothee Knobeler, präsentierten „Best Practice“ und bereicherten die Veranstaltung mit zahlreichen Beispielen zur Beteiligung der Sechs- bis Zehnjährigen aus ihrer gelebten Praxis. Knobeler, zog unter anderem das Fazit, dass Schülerinnen und Schüler nachhaltig Abstimmungsprozesse lernten und aktiv Schule mitgestalten.

Alle Teilnehmenden trugen zu einer angeregten Diskussion in der Schlussrunde bei, die in besonderer Weise den Übergang zwischen KiTa und Grundschule fachlich betrachtete. Der Fokus lag auf der Frage, wie die Kompetenzen der Kinder im Übergang sensibel und fachlich aktiv erhalten und weiter gefördert werden können. Thema war auch – wie - im Sinne der Kinder und Familien die Zusammenarbeit erweitert und verbessert werden kann. Konkrete Vorschläge hierzu sind zum Beispiel die Einladung der einzuschulenden Kinder aus der KiTa in bereits vorhandene Parlamente der Grundschulen und dass Grundschulkinder den Sechsjährigen aus den Kitas ihre Schule zeigen. Einen hohen Stellenwert räumten alle Beteiligten der Einbeziehung der Eltern bei.
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