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Neumünster | Diakonisches Werk Altholstein

Wenig bezahlbarer Wohnraum: Zahl der Wohnungslosen steigt

Neumünster (em) Für die Wohnungslosenhilfe zeichnet sich weiterhin ab, dass das Angebot an bezahlbaren und zumutbaren Wohnraum für Neumünsteraner mit kleinem Einkommen unzureichend ist: Sozialwohnungen werden weiterhin abgebaut und die Tendenz bei Neubauten geht zu höherpreisigen Wohnungen. Die Zahl der Beratungen in Wohnungsnotfällen bei der Zentralen Beratungsstelle (ZBS) der Diakonie Altholstein steigt. Wohnungslose bleiben immer länger in der Einrichtung.

Mehrfach mussten zusätzlich zu den 25 Plätzen in der Übernachtungsstelle Extra-Betten aufgestellt werden und immer länger dauert es, wohnungslose Männern und Frauen in eigene Wohnungen zu vermitteln. Um deutliche 14% stieg die Zahl der Übernachtungen in der Notunterkunft, von 3.832 im Jahr 2017 auf 4.410 im Vorjahr, und bleibt damit im negativen Trend.

„Für einen Teil der Neumünsteraner sind Wohnungen unbezahlbar oder es stehen nur nicht akzeptable Wohnungen zur Verfügung, als Konsequenz droht häufig eine soziale Exklusion“, blickt Melanie Popp, als Fachbereichsleiterin bei der Diakonie Altholstein für die Wohnungslosenhilfe zuständig, auf die Unterkünfte auf dem Neumünsteraner Wohnungsmarkt. „Eine Besserung ist derzeit nicht in Sicht, zumindest nicht für diejenigen, die mit wenig Geld über die Runden kommen müssen.“ Bei Konkurrenz auf der Wohnungssuche sind daher die alleinerziehende Mutter oder der arbeitslose Mittfünfziger die Verlierer, und das derzeit langfristig. Dies zeigt sich auch in der Übernachtungsstelle, denn mit 204 wohnungslosen Männern und Frauen kamen 2018 zwar sechs weniger als im Vorjahr hier unter, doch sie bleiben immer länger. Und nicht nur für diese Klientel der ZBS wird es immer mühsamer, bezahlbaren Wohnraum zu finden, auch diejenigen, die noch eine eigene Wohnung haben, aber wegen Schimmelbefall oder Familienzuwachs etwas anderes suchen, müssen sich auf einen langen Weg gefasst machen. Auf 900 Beratungsfälle kam das sechsköpfige Team der ZBS 2018: „Dahinter stecken jedoch oft noch Kinder und andere Familienangehörige“, präzisiert Melanie Popp, „Zudem kommen noch 233 Fälle aus dem Vorjahr hinzu, die auch 2018 weiter betreut wurden.“

In den letzten Jahren habe eine Konzentration auf dem Wohnungsmarkt stattgefunden, die den persönlichen Kontakt zu den Vermietern auch für die Beratungsstelle erschwere, konstatiert Popp. Daher setzt die Beratungsstelle vor allem darauf, den Wohnungsverlust schon im Vorwege, z.B. bei Mietschulden, zu verhindern. Das gelingt umso besser, je eher die Mieter Kontakt zu den Beratern aufnehmen. Doch auch bei den Räumungsklagen konnte mit Hilfe der ZBS in 92% der Fälle ein Verlust der Wohnung oder die drohende Obdachlosigkeit abgewendet werden.

Mit der anlaufenden ambulanten Wohnbetreuung bietet die Diakonie Altholstein daher ein neues Konzept an, dass sich durch eine auf begrenzte Zeit angelegte Unterstützung darstellt: Menschen, die auf der Straße leben, erhalten dabei eine Wohnung ohne Vorbedingungen. Dabei wird nicht der Obdach- oder Wohnungslose Mieter, sondern zunächst einmal die Diakonie Altholstein. „Wir übernehmen das Risiko für den Vermieter“, erklärt Melanie Popp. „Als Mittler zwischen Vermieter und Nutzer sowie als Ansprechpartner, unterstützt unser Angebot die Stabilisierung des Klienten im eigenen Wohnraum und bietet die Chance auf ein eigenes Mietverhältnis “, weist Diakonie Altholstein-Geschäftsführer Heinrich Deicke auf die mögliche Übernahme des Mietvertrags zu einem späteren Zeitpunkt hin.

Foto: Diakonie Altholstein-Geschäftsführer Heinrich Deicke, Fachbereichsleitung Melanie Popp und Marleen Bernhardt von der Wohnungslosenhilfe mit dem Jahresbericht der ZBS.

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