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Neumünster | Agentur für Arbeit

Rückblick auf den Arbeitsmarkt in der Stadt Neumünster

Neumünster (em) „Der Arbeitsmarkt in Neumünster hat sich auch 2016 erfreulich positiv entwickelt. Die Arbeitslosigkeit ist im Jahresdurchschnitt im Vergleich zum Vorjahr gesunken“ blickt Michaela Bagger, Leiterin der Agentur für Arbeit Neumünster, zurück. „Wie erwartet, hat die Nachfrage nach Personal in der Jahressumme weiter deutlich zugenommen. Viele neue Arbeitsplätze sind im Handel entstanden“, so Bagger weiter.

Im Jahresdurchschnitt 2016 waren 3.957 Personen arbeitslos gemeldet (243 oder 5,8 Prozent weniger als 2015). Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent nach 10,2 Prozent für das Jahr 2015. Der Rückgang betrifft beide Rechtskreise gleichermaßen: Im Bereich der Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III) minus 51 oder 5,8 Prozent, im Bereich der Jobcenter (Rechtskreis SGB II) minus 192 oder 5,8 Prozent.

Besonders erfreulich ist dabei die Tatsache, dass sich die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt auch für Langzeitarbeitslose bemerkbar machte. Ihre Arbeitslosigkeit sank im Jahresdurchschnitt 2016 um 9,3 Prozent von 1.720 auf 1.561 Personen. Auch die Zahl der älteren Arbeitslosen ab 50 Jahre sank leicht um 5,2 Prozent von 1.261 auf 1.195. Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen im Alter von 15 bis unter 25 Jahren ging um 4,6 Prozent von 468 auf 446 zurück. Die Zahl der Arbeitslosen in der Personengruppe der Ausländer blieb auf annähernd gleichem Niveau: plus 1,3 Prozent von 694 auf 703.

Positiv bewertet Bagger, dass auch die Unterbeschäftigung im Jahresdurchschnitt gesunken ist: Waren es 2015 durchschnittlich 5.386 Personen, sank ihre Zahl 2016 auf 5.171 (minus 215 oder 4,0 Prozent) – den besten Wert seit 2009. Sie fasst die Zahl der Arbeitslosen mit der Zahl derer zusammen, die aufgrund gesetzlicher Regelungen nur deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden, weil sie derzeit an einer Weiterbildung oder sonstigen Förderung wie einer Arbeitsgelegenheit („Ein-Euro-Job“) arbeiten, teilnehmen.

Der Anteil der arbeitslosen Menschen im Rechtskreis SGB III an allen Arbeitslosen liegt unverändert bei 20,9 Prozent. Im Rechtkreis SGB II beträgt der Anteil damit 79,1 Prozent.

Die Zahl der Arbeitslosen ist keine statische Größe, sondern von viel Bewegung geprägt. Im Jahr 2016 meldeten sich 3.623 Menschen nach einer Erwerbstätigkeit neu oder wieder arbeitslos – 46 mehr als 2015 (plus 1,3 Prozent). Insgesamt 3.214 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden – 293 weniger als 2015 (minus 8,4 Prozent). „Das Risiko, arbeitslos zu werden, stieg 2016 leicht an. Die Chance für Arbeitslose, eine neue Arbeitsstelle zu finden, sank. Dies ist weniger Ausdruck für generell geringere Chancen. Allerdings nehmen die Chancen für geringqualifizierte Arbeitslose ab. Dem treten wir in diesem Jahr mit Weiterbildungsangeboten entgegen “, so Bagger.

So wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters in Neumünster 2016 auch mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet (1.050 – plus 275 oder 35,5 Prozent). Die größten Anteile an den 2016 gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen hatten die Branchen Arbeitnehmer-Überlassung (40,3 Prozent), Handel mit Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (15,7 Prozent), Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen (9,0 Prozent) und öffentliche Verwaltung (8,7 Prozent).

Die anhaltend gute Entwicklung am Arbeitsmarkt in Neumünster unterstreicht auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten: Sie ist in Neumünster im Vergleich zum Vorjahr (Stichtag 30.06.) um 6,1 Prozent von 35.282 auf 37.441 gestiegen. Den größten Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat mit 21,6 Prozent der Handel mit Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen gefolgt von dem Bereich Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen (14,5 Prozent) und vom verarbeitenden Gewerbe (wie Maschinenbau, Metallerzeugung und Metallbearbeitung sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen (beide 13,1 Prozent). Der Anteil der Zeitarbeitnehmer lag bei 1,8 Prozent, nach 2,4 Prozent in 2016. Den höchsten prozentualen Anstieg an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung im Vergleich zu 2015 verzeichnete 2016 der Bereich Erbringung wirtschaftlicher Dienstleistungen mit 25,4 Prozent. An zweiter Stelle findet sich das Gastgewerbe mit einer Steigerung um 10,9 Prozent gefolgt von der öffentlichen Verwaltung mit 9,3 Prozent.

„Die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes in Mittelholstein hat sich auch 2016 fortgesetzt. Der positive Trend zieht sich über die Nachfrage nach Personal, den Abbau der Arbeitslosigkeit und den Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung“, so Bagger. „Für das Jahr 2017 bin ich weiterhin optimistisch. Ich rechne damit, dass wir das erreichte hohe Beschäftigungsniveau halten können. Viele Unternehmen haben für dieses Jahr angekündigt, ihren Personalbestand halten oder auch ausbauen zu wollen. Die Chancen für Arbeitslose, wieder eine Arbeitsstelle zu finden, sind deshalb weiterhin gut“, macht Bagger Mut. „Dennoch wird auch 2017 von zwei Herausforderungen geprägt sein: dem weiteren Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit und der Integration geflüchteter Menschen. Diese gelingt im Regelfall nicht kurzfristig. Sprachliche und berufliche Qualifizierung stehen hier an erster Stelle“ so Bagger.

Um die Chancen einer Integration geflüchteter Menschen in den Arbeitsmarkt zu erhöhen, gibt es das sogenannte Kooperationsmodell. „Gemeinsam mit Unternehmen der Region wollen wir hier den Erwerb von Sprachkompetenz und beruflicher Qualifikation mit Beschäftigung in Unternehmen verzahnen. Ich würde mich freuen, wenn zahlreiche Betriebe in Mittelholstein dieses Modell nutzen. Es wird ihnen mittelfristig helfen, ihren Fachkräftebedarf zu decken“ wirbt Bagger.

„Zur Deckung eines akuten Fachkräftebedarfs wünsche ich mir, dass die Unternehmen in Mittelholstein noch mehr älteren, langzeitarbeitslosen oder behinderten Menschen eine Chance geben und auch einem Jugendlichen ohne Top-Schulabschluss eine Ausbildung ermöglichen. Unsere Unterstützung ist Ihnen sicher“, appelliert Bagger.
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